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Bericht World Cup Dalby Forest & Offenburg

14.06.11

Bericht UCI Weltcup CrossCountry Dalby-Forest und Offenburg
von Thomas Costa




Mittwoch 18.05.2011


Pünktlich um 15 Uhr starten wir mit unserem Teamfahrzeug, einem Ford Transit, gesponsert von der Firma Rieberer nach Dalby Forest. Gut 1500km liegen vor uns. Wir, das sind, Gregor Raggl (startet in der Klasse U23), Fabian Costa (Junioren) und Waldhart Matthias unser Elite Fahrer, kommt einen Tag später mit dem Flugzeug nach.
Begleitet und betreut werden unsere drei Rennfahrer von Simon Costa und mir.
Wir fahren nonstop bis nach Dalby-Forest, unterbrochen nur durch Tankstopps und die Schiffsfähre von Calais nach Dover.


Donnerstag 19.05.2011

Ankunft um 10 Uhr in der Troutsdale Lodge, unserer Unterkunft inmitten des Nationalparks Dalby-Forest.
Nach 20 stündiger Anreise lassen es sich unsere Rennfahrer nicht nehmen die Weltcupstrecke zu besichtigen und abzufahren. Obwohl unsere Unterkunft, die von Clive, einem echten englischen Gentleman bewirtschaftet wird, relativ nahe an der Rennnstrecke gelegen ist, müssen wir noch eine 45 minütige Autoanfahrt in Kauf nehmen. In der Kleinstadt Pickering essen wir noch Fish and Chips und nach weiteren 45 Minuten Autofahrt gehen alle schon um 16 Uhr schlafen.


Freitag 20.05.2011


Nach fast 16 Stunden Schlaf, keiner ist zum Abendessen aufgewacht, gibt es ein echtes englisches Frühstück, das uns allen gut schmeckt. Um 10 Uhr ist Startnummernausgabe, das bedeutet wieder 45 min. Autofahrt nach Pickering, danach 2 Stunden anstehen bis man die Startnummern endlich bekommt und dann wieder eine halbe Stunde Autofahrt bis zum Rennkurs. Wenn man selbst ein Rennen veranstaltet, ist es schon sehr beeindruckend wenn man die Dimensionen eines Weltcuprennens so hautnah miterleben kann. In dieser Einöde gibt es weder Strom (wird zur Gänze durch Notstromaggregate erzeugt) noch Handyempfang oder Internet. Alles muss von weit hergebracht werden und erst am Renntag wird durch einen Verstärker Internet und Handy auf einem kleinen Bereich ermöglicht. Sämtliche Forststraßen sind durch dutzende Posten abgesperrt und nur mit speziellen Berechtigungen ist die Durchfahrt erlaubt.
Auf der Strecke sind über 80 Streckenposten und im ganzen sind sicher mehrere hundert Leute beschäftigt.
Um 16 Uhr ist Teammanagermeeting in Pickering (1/2 Stunde Autofahrt, insgesamt legen wir in den 5 Tagen in Dalby, beinahe 500 km auf Forststraßen zurück).
Um 18 Uhr ist dann der Pro Sprint Eleminator, bei dem unser Elite-Fahrer Waldhart Matthias nur knapp die Qualifikation verpasst.
Federspiel Daniel einer der weltbesten Sprinter aus Imst wird, gehandicapt durch einen Felgenbruch, leider "nur" achter.

Samstag 21.05.2011

8 Uhr Frühstück. Zum ersten Mal kommt Stress auf, weil die direkte Zufahrt zum Renngelände am Renntag, wegen Einbahnregelung nicht möglich ist, müssen wir den Umweg über Pickering nehmen und weil heute viel mehr Verkehr ist, werden wir allesamt nervös. Fabians erstes Weltcuprennen startet bereits um 10 Uhr 30. Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn der eigene Sohn, im rotweißroten Nationalteamtrikots zum ersten Mal bei einem Weltcuprennen teilnimmt und man ist schon ein bisschen nervöser als sonst. Das Startprocedere ist in etwa dasselbe wie bei jedem Rennen und nachdem bereits um 10 Uhr die Zeitnehmungschips abgeholt werden beginnt um 10 Uhr 15 die Startaufstellung. Fabian hat einen guten Startplatz und pünktlich um 10 Uhr 30 erfolgt der Start. Fabian hat Pech weil der vor im startende norwegische Rennfahrer nicht in die Pedale einklickt und ihn dadurch behindert. Er verliert beim Start gut und gerne 20 Plätze.
Hier in Dalby sind Fahrer aus 37 Nationen am Start und jeder kann sich ausrechnen, dass die einzelnen Nationen, jeweils die besten Nachwuchsfahrer entsenden.
Fabian wird dann nach einem guten ersten Weltcuprennen 30. und kann mit dieser Leistung sehr zufrieden sein, weil er mit seinen 16 Jahren im ersten Jahr Junioren, an die 7. Stelle in seinem Jahrgang gefahren ist.
Simon, der in der zweiten Feed und Technical Zone die Betreuung übernommen hat ist, da er ja selbst Rennfahrer ist, beeindruckt von der hohen Geschwindigkeit die schon bei den Junioren erreicht wird.

Fuchs Andreas aus der Steiermark hat leider in der ersten Runde schon einen Patschen und kann nach dem Radwechsel mit einer Runde Rückstand nur mehr den letzten Platz erreichen. Aber auch er hat wertvolle Erfahrung gesammelt.

12 Uhr 30 Start zum U23 World Cup Olympic Cross-Country mit unserem Weltcuperprobten Gregor Raggl.
Simon und ich haben wieder unsere Posten in den beiden Verpflegungszonen eingenommen und Gregor der als letzter der 81 Starter ins Rennen geht, legt einen Superstart hin und kann dabei einige Plätze gut machen.
Runde für Runde macht er Plätze gut und das obwohl er in der dritten Runde einen Baum streift und dabei die Schnalle seines Schuh`s bricht. Er wechselt in der Technical Zone seinen Schuh mit Fabian und verliert dabei wertvolle Zeit.
Er kann aber trotz allem, nach 5 Runden den ausgezeichneten 47. Rang belegen. Bravo!

Sieger der U23 wird Alexander Gehbauer aus Kärnten und als bei der Siegerehrung die österr. Bundeshymne erklingt, sind wir alle sehr bewegt. siehe Foto`s.


Sonntag 22.05.2011

10 Uhr 45
Wir feuern unsere Damen Lisi und Maria Osl, Stefanie Wiedner und Lisa Mitterbauer an. Leider läuft‘s unserer Lisi heuer noch nicht so gut, sind aber trotzdem stolz auf unsere Rennfahrerinnen. Lisa Mitterbauer, die schon am Freitag beim Sprinteliminator aufgezeigt hat fährt wieder eine ausgezeichnete Platzierung ein.
14 Uhr Das Hauptrennen World Cup Olympic Cross-Country Men Elite.
Mit dabei mit Startnummer 128 von 136 Teilnehmern unser Waldhart Matthias der schon über 20 Weltcuppunkte gesammelt hat und daher in unserem HaiBikeTeamdress fahren darf.
(Detail am Rande: hat man noch keine Weltcuppunkte gesammelt, muss man vom österreichischen Nationalteam entsendet werden und muss mit der Nationalteamdress starten.
Dem österreichischen Radsportverband kurz ÖRV geht es nicht so gut wie dem ÖSV, die Dressen welche die Fahrer bekommen sind schon ein- oder mehrmals verwendet und müssen wieder zurückgegeben werden!!!)
Mathias beendet als 113. sein Weltcuprennen, welches ausschließlich von Profis bestritten wird, und erzielt somit eine gute Leistung. Es ist beinahe unmöglich mit einer Startnummer jenseits der hundert eine noch bessere Platzierung herauszufahren. Weltcuppunkte muss man sich bei C1 oder C2 Rennen holen, aber das wird auch immer schwieriger, da die Dichte immer größer wird und nur die ersten 15 Weltcuppunkte bekommen.


Montag 23.05.2011

5 Uhr 30
Start von unserer Troutsdale Lodge nach London Heathrow, wo Simon und Gregor per Flugzeug nach München fliegen. Fabian und ich fahren mit der Fähre nach Calais und am Abend um 21 Uhr unterbrochen nur durch eine kurze Mittagspause nehmen wir ein Zimmer in einem günstigen Hotel in der Nähe von Brüssel.


Dienstag 24.05.2011

7 Uhr 30
Weiterfahrt nach Offenburg, unserem nächsten WC Austragungsort. Offenburg ist das wohl bestbesuchte WC-Rennen.
(über 20 000 zahlende Zuschauer). Wir kommen um 15 Uhr an und fahren gleich weiter zur Besichtigung der Weltcupstrecke. Diesmal haben wir unsere Zimmer ganz in der Nähe der Rennstrecke. Frau Gretl, unsere Zimmervermieterin, ist eine besonders liebenswürdige Gastgeberin.
Nicht nur, dass sie uns Ihre Garage überlässt, verwöhnt sie uns mit Kaffee und selbstgebackenem Kirschkuchen.
Bei der Streckenbesichtigung macht Fabian der Heuschnupfen so sehr zu schaffen, dass wir das Training abbrechen müssen. Bin selbst die Strecke abgefahren. Es ist schon sehr beeindruckend, wie die schwierigen Passagen von den Rennfahrern bewältigt werden, auch die vermeintlich leichten Abschnitte, sind viel schwieriger zu befahren, als angenommen.


Mittwoch 25.05.2011

8 Uhr 30
Nach einem ausgezeichneten Frühstück (Gretl`s Frühstück ist ein wahrer Traum für Rennfahrer)  folgt Radpflege, Wartung und gründliche Reinigung.
15 Uhr Gregor kommt mit Daniel Federspiel von seinem Fototermin beim österr. Bundesheer und sofort geht es wieder auf die Rennstrecke.
Fabian stürzt beim Dual Speed und dabei geht in dieser Rennsaison schon sein zweiter Rahmen zu Bruch.


Donnerstag 26.05.2011


8 Uhr 15 Frühstück
9 Uhr Radinspektion danach Inoffizielles Training.
Gerry, der Mechaniker von Felt, repariert notdürftig den Rahmen von Fabian und wir sind sehr froh, dass Fabian an den Start gehen kann, da in der kurzen Zeit bis zum Rennen am Samstag, kein Ersatzrahmen aufzutreiben ist.


Freitag 27.05.2011

8 Uhr Frühstück und wie jeden Tag Radservice
10 Uhr 45 Offizielles Training auf der Rennstrecke nur mit Startnummern möglich Christof Peprnicek unser österreichischer Nationaltrainer holt die Startnummern im Sportgeschäft von Veranstalter Jörg Scheiderbauer, der auch Teammanager von Felt Xbionic Ötztal ist, ab.
Es heißt wiederum zwei Stunden anstehen.

18 Uhr Sprinteleminator
Mathias verpasst um lächerliche 2 sec. den Einzug ins Sprinteleminatorrennen.
Daniel Federspiel wird in seiner Spezialdisziplin, nachdem er seine Ausscheidungsrennen alle gewonnen hat, im Finale fünfter. Der Sprinteleminator von Offenburg, wurde auf dem Start-Zielgelände des CC Rennens abgehalten und leider ist dieses Rennen mit einem dicken Minus zu beurteilen, da es mit den klassischen Sprintrennen nichts zu tun hatte (reiner Wiesenkurs, keine techn. Schwierigkeiten).


Samstag 28.05.2011

12 Uhr Start des Juniorenrennens
Fabian startet mit Startnummer 65, leider im letzten Startblock zusammen mit Andreas Fuchs.
Über hundert Rennfahrer aus 60 Nationen starten vor ihm. Seine Teamkollegen vom österreichischen Nationalteam Michael Mayer und Mick Christof starten von Startblock eins und zwei, weil sie in den bisherigen Qualifikationsrennen, die besseren Resultate erzielen konnten.
Gleich in der ersten Runde kann Fabian mehr als 40 der besten Juniorenfahrer überholen.
Er muss seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen und Tempo herausnehmen.
Am Ende belegt Fabian den 82.Platz und kann mit seiner Leistung zufrieden sein.

14 Uhr 30 Start U23
Gregor startet mit Startnummer 113, wiederum im hintersten Teil des Feldes.
Ohne Weltcuppunkte ist keine bessere Startnummer möglich.
Gregor fährt ein sensationelles Rennen und arbeitet sich Runde für Runde nach vorne.
Er ist ja im ersten Jahr der Klasse U23 und hat noch 3 Jahre Zeit sich eine bessere Startposition zu erkämpfen. Es gelingt Gregor bis zur letzten der 5 Runden alle anderen österreichischen Konkurrenten zu überholen, ausgenommen dem späteren Sieger Alexander Gehbauer, der seine große Klasse auf dem technisch anspruchsvollen Rundkurs voll ausspielt und Hoi Mathias der beim Profi Team Easton Rockets unter Vertrag steht. Als Hoi Mathias bei der Feed Zone vorbei fährt, ist Gregor, Mathias schon ganz dicht auf den Fersen und nur durch meine amateurhafte Schreierei, wird Hoi Mathias auf seinen Verfolger aufmerksam und verschärft sein Tempo nochmals.
Gregor kann beim Zielsprint in einem Fotofinish, Mathias besiegen und wird nachdem er mehr als 60 Fahrer eingeholt hat 51. und zweitbester Österreicher. Gratuliere!


Sonntag 29.05.2011

10Uhr 30 Start Elite Damen und Juniorinnen
Lisi Osl ist wohl noch nicht in Hochform.
Lisa Mitterbauer überzeugt wieder mit einer starken Leistung.

14 Uhr Elite Herren (183 Starter)
Mathias kann sich gleich in Runde eins über einen sehr guten Start freuen und mehrere Fahrer einholen, leider wird er in Runde 3, durch Kreislaufprobleme an einer noch besseren Platzierung verhindert.
Es hat 30° und er muss leider aufgeben. Sensationell gut geht es Karl Markt, der sein Rennen als 18. beendet und in der vierten Runde die 3. beste Rundenzeit fährt. Charly, gratuliere dir nochmals zu deiner Superleistung!

17Uhr Heimreise

22Uhr15 Ankunft Zuhause



Resümee 10 Tage Rennsport:  3600 km mit dem Auto, stressig, aber auch sehr beeindruckend!